Ein Monat im ländlichen Kambodscha

Der Ort der Bottle School in Kambodscha liegt so abseits, dass nicht mal Google Maps das Städtchen kennt. Hierher führen nur sehr holprige Straßen aus rotem Staub. Es gibt noch kein Stromnetz und auch kein fließend Wasser. Es ist eine sehr arme Gegend. Trotzdem sind die meisten Einheimischen sehr glücklich hier. 
Die Gemeinschaft des Städtchens hat sich hauptsächlich selbst organisiert. Denn es gibt beispielsweise keine Warenanlieferung von großen Firmen und auch keinen staatlichen Postdienst. Deshalb fährt einmal täglich ein Minivan drei Stunden zu der nächstgelegenen Stadt Koh Kong und jeder kann Bestellungen aufgeben. Einmal sind wir auch mit diesem Transporter mitgefahren, da Philipp weiter nach Bangkok und ich einen Visa Run über die thailändische Grenze machen musste. Dort konnten wir selbst viele Zwischenstopps miterleben. So waren wir jede Menge Gasflaschen füllen, haben Kokosnüsse abgeliefert, Handys gekauft, Hühner verkauft und einen Großeinkauf beim Mechanikermarkt gemacht.

Die meisten Dorfbewohner leben vom Fischen, da der Ort direkt am Meer liegt. Es gibt auch traumhaft schöne weiße Strände mit Palmen und türkisblauem Wasser. Aber das Müllproblem vermiest einfach jeden Strandausflug. Überall liegt und schwimmt jede Menge Plastik. Da es keine Müllabfuhr oder ähnliches gibt, werfen die Einheimischen ihren Müll einfach in die schöne Natur - und zwar da, wo sie gerade sind. In der Bottle School wollen wir den Kindern und Jugendlichen nicht nur Englisch beibringen, sondern auch ihr Umweltbewusstsein stärken. Die mit Plastik gefüllten Plastikflaschen, welche statt Ziegelsteinen zum Mauerbau verwendet werden, sollen den Schülern zeigen, dass Plastik sehr wohl sinnvoll weiterverwertet werden kann. Hierfür werden auch Müllsammelaktionen mit den Kids gestartet. Sobald die Kinder jedoch wieder nach Hause kommen, sehen sie ihre Eltern den Müll einfach fallen lassen und machen es ihnen nach. Ich hoffe sehr, dass sich dies bald ändern wird, aber wann (und ob) ist fraglich.