Koh Rong

Koh Rong ist eine paradiesische Insel vor der Küste Kambodschas. Hier gibt es endlose weiße Sandstrände und viel Dschungel. Die Insel hat noch keine Straßen, sondern man bewegt sich lediglich am Strand oder mit dem Boot vorwärts. Daher sind die meisten Restaurants und Bars auch direkt auf dem Strand und es herrscht eine gechillte Atmosphäre. Auffallend ist, dass auf Koh Rong Restaurants, Bars und Unterkünfte überwiegend von gestrandeten Backpackern geführt werden. Einen ATM sucht man hier vergeblich und auch der Strom wird tagsüber oft abgestellt. Einfach ein Paradies zum Entspannen. 
Eigentlich war unser Plan in Kambodscha ein Tuk Tuk zu mieten und einige Tage damit durch's Land zu reisen. Ein Blogartikel hatte uns auf die Idee gebracht und auch noch eine Kontaktadresse angegeben. Wir also gleich Mr. Phou geschrieben und die Antwort, er kümmere sich darum, hat auch nicht lange auf sich warten lassen. Leider war dies aber auch der einzige Kontakt mit ihm, da er sich nicht mehr gemeldet hatte und auch auf weitere Anfragen nicht reagiert hat.

Kurzer Hand haben wir beschlossen auf die Insel Koh Rong zu fahren und dort weitere Schritte zu planen. Die Fahrt mit dem Bus nach Sihanoukville und mit dem Speedboot nach Koh Rong verlief auch sehr unkompliziert. Auf Koh Rong haben wir im Three Brothers, direkt an der Anlegestelle auch gleich eine Unterkunft für 10$ gefunden. Gleich haben wir den Strand und das Wasser in der Umgebung inspiziert. 

Am nächsten Tag wollten wir zum Long Beach. Hierfür bestehen zwei Möglichkeiten. Ein Dschungeltrecking oder das Taxi-Boot. Da der Tripp durch den Dschungel mit 45 Minuten  veranschlagt war,  haben wir uns hierfür entschieden. Blöderweise haben wir uns nicht erkundigt, wo der Pfad genau losgeht. Laut unserem GPS sollte es einen Weg hinter dem Smile Guesthouse geben. Der offizielle beginnt aber am White Rose Guesthose und ist mit Flip Flops und roten Markierung gekennzeichnet.

Mit der Zeit mussten wir dann feststellen, dass unser GPS nicht mit den vorhandenen Wegen übereinstimmte. Zu allem Überfluss mussten wir dann auch noch einen sehr steilen felsigen Abhang hinunterklettern. Und dann standen wir mitten im Dschungel. Das wir nicht die ersten waren, die diesen Weg gegangen sind, konnten wir an den Flaschen in den Bäumen erkennen. In der Hoffnung irgendwann den Strand zu erreichen, sind wir dann weiter. Letztendlich haben wir es geschafft und sind mitten in einer Großbaustelle für ein Ressort rausgekommen. Auch zur Überraschung der dortigen Arbeiter. Diese Route können wir keinem empfehlen. Einfach mitten in den Dschungel zu laufen, war keine gute Idee. Von den Bauarbeitern wurden wir auch gefragt, ob wir Tiere gesehen hätten. Wir wollten aber gar nicht wissen, was sich hier alles tummelt. Um sicher zu gehen sind wir einige Tage später noch den offiziellen Weg gegangen.

Für die Anstrengungen wurden wir dafür mit einem puderzuckerweißen Strand und kristallklarem Wasser belohnt. Zurück haben wir übrigens das Taxi-Boot genommen, da wir so noch den Sonnenuntergang genießen konnten bevor es wieder auf die andere Seite der Insel ging.

Ansonsten ist das Freizeitangebot auf der Insel sehr überschaubar. Schwimmen, an den Strand gehen, Schnorcheln oder in der Hängematte liegen. Nicht umsonst heißt es Koh Rong wäre wie Koh Samui vor 30 Jahren. Ob sich das Hippie-Idyll aber noch lange hält ist fraglich. Auf der einen Seite der Insel wird bereits eine Straße gebaut und Ressorts angelegt. Zipline ist die neuste Errungenschaft der Insel.

Wir sind nach drei Tagen an den abgelegenen Police Beach in einen sehr geräumigen Bungalow mit Meerblick gezogen. Hier war es meist richtig ruhig zum Abschalten und es gab auch die wohl beste Internetverbindung auf der Insel. Leider wurde die Ruhe teilweise nachts von einigen Feierwütigen erheblich gestört. Unser Mitbewohner, ein ca. 30 cm langer Gecko, war um einiges harmloser und sogar stubenrein. Ja, er ist tatsächlich in unser Bad gegangen, um seine großen Geschäfte zu erledigen.

Übrigens lohnt es sich schon allein für die riesige Auswahl an super leckeren Früchten nach Koh Rong zu kommen. Sehr günstig sind sie auch noch. Oder wer kann schon behaupten, dass er sich täglich an Passion und Dragon Fruits satt isst?