Ho-Chi-Minh-City und die Cu Chi Tunnel

Schon beim Anflug konnten wir uns einen Eindruck von der Stadt verschaffen. Das Häusermeer wollte gar kein Ende nehmen und wir dachten schon, da kommt kein Flughafen mehr.
Vom Flughafen sind wir mit dem Bus 152 bis zur Haltestelle Ben Thanh Market gefahren. Und das für 5.000 Dong (= 0,25€) und 5.000 Dong pro großem Gepäckstück. Ein Taxi kostet 180.000 Dong und ist auch nicht schneller. Direkt an Ben Thanh Market liegt auch das Backpacker Viertel mit unzähligen Hotels und Guesthouses.

Die Stadt haben wir größtenteils zu Fuß erkundet, da alle Sehenswürdigkeiten nahe beisammen liegen. Als Fußgänger fallen einem sofort die breiten Bürgersteige auf. Deshalb werden diese auch häufig von Mopeds genutzt - besonders bei roten Ampeln, um sich in die erste Reihe zu bringen. Insgesamt ist der Verkehr für uns Europäer einfach mit dem Wort Chaos erklärt. Einen Unfall haben wir dennoch nicht gesehen. 

Wiedervereinigungspalast
Der Wiedervereinigungspalast ist für die Vietnamesen von großer Bedeutung. Hier war bis 1975 der Amtssitz des Präsidenten von Südvietnam. Das Bauwerk selbst versprüht den Charme der 60er Jahre. 

Notre Dame
Die Kirche Notre Dame erinnert wahrlich an Kirchen in der Normandie. Leider ist die Kirche nur sonntags zum Gottesdienst geöffnet. 

Postamt
Wesentlich lebhafter geht es im daneben liegenden Postamt zu. Von Post über Passport Angelegenheiten und Reisebuchungen kann man hier alles erledigen. Touristen sind hier hauptsächlich unterwegs auf der Suche nach Briefmarken für ihre Post. Auch den letzten handschriftlichen Briefe-Übersetzer trifft man hier an. Er übersetzt Englisch/Französisch/Vietnamesisch. Wir hatten darüber kürzlich eine Reportage im ARD Weltspiegel gesehen. Jeden Tag wartet der ältere Herr auf seine Kundschaft.

Ben Thanh Market
Ben Thanh Market ist der größte Markt der Stadt, der noch im alten Stil gehalten ist. In über hundert kleineren Ständen, die durch enge Gänge miteinander verbunden sind, stehen die Verkäufer. Am Eingang wird man schon mit "Sir, Miss, come in my shop" empfangen. Bei den Essensständen wurden wir sogar an den Armen festgehalten. Dies zieht sich fortwährend durch den Markt und ist ziemlich nervig. Dennoch erfreut sich der Markt bei Touristen einer großen Beliebtheit. Dies schlägt sich leider auch auf das Preisniveau und die Mentalität der Händler nieder. Für ein paar Sandalen nannte uns der Händler den Preis von 30€. Nachdem wir unseren Unmut kundgetan haben, hat er gelacht und sein neuer Einstiegspreis waren 8€. Wir haben ihn dann aber einfach stehen lassen. Alles muss man sich nicht gefallen lassen. Unser Highlight auf dem Markt waren die leckeren frischen Frühlingsrollen in Erdnussoße. Essen ist auf dem Markt wirklich noch günstig.

Takka Plaza
Durch Zufall haben wir einen kleinen Markt (Takka Plaza) an der Ecke Ly Tu Trong / Dong Khori gefunden. Von außen sieht es gar nicht aus wie ein Markt sondern wie ein Geschäft. Erst als wir rein sind, wurde es immer größer. Hier kaufen die Einheimischen ihre Klamotten ein und die Verkäufer sind auch sehr zurückhaltend. Auffällig ist, dass hier hauptsächlich Markenprodukte, die in Vietnam produziert werden, verkauft werden. Hier hätten wir auch die gleichen Schuhe für 6 € bekommen. Ohne zu verhandeln. Leider wurden aber auch nur kleine asiatische Schuhgrößen angeboten. Ein Stand hatte Mango Suit Kleider aus der aktuellen Saison für nur 7€. Handeln kann man trotzdem immer ;-).

Kriegsrestemuseum
Das Museum zeigt die Grausamkeiten und die vielen zivilen Opfer des Krieges. Austellungen sind nicht gerade für schwache Nerven.

Bitexco Tower
Der Bitexco Tower bietet zum Sonnenuntergang einen Blick über die Stadt. Allerdings kostet das Ganze 200.000 Dong pro per Person. Da die Skyline von Ho-Chi-Minh-City auch nicht die spektakulärste ist, haben wir daher darauf verzichtet und das Geld lieber in ein leckeres Abendessen investiert. Im stylischen Restaurant 5ku Station bekommt jeder einen Tischgrill und kann verschiedene Varianten (Beef, Rips, Lachs, Shrimps, Frosch, etc.) wählen. Wenn das ganze Lokal an einzelnen Tischen grillt, entsteht schnell eine besondere Atmosphäre. Duschen sollte man danach allerdings schnell ;-).

Cu Chi Tunnel

Die Cu Chi Tunnel sind ein Tunnelsystem in welches sich der Vietcong während des Krieges zurückzog, lebte und die Amerikaner bekämpfte. Gleichzeitig fungierte das 250km lange, teilweise dreistöckige Tunnelsystem auch als Nachschub-Route für den Vietcong. Die Tunnel liegen etwa 60km außerhalb von Ho-Chi-Minh-City (dennoch einfach 90 Minuten Fahrtzeit) und sind einen halbtägigen Tagesausflug wert.

Mit Toni hatten wir einen 70 jährigen Guide, der selbst im Krieg war und viele Geschichten zu erzählen hatte. Man kann die Tunnel auch ohne Guide besichtigen, Toni war aber wirklich klasse und sein Geld wert.

Kommt man am Besucherzentrum an, wird man erstmal von der großen Anzahl an Reisebussen erschlagen. Schon etwas touristisch hier. Nach einem riesigen Eingangsbereich mit Unterführung steht man auch schon mittendrin in der Kampfzone. Keine Region in Vietnam wurde öfter bombardiert oder Agent Orange ausgesetzt wie Cu Chi.

Toni zeigte uns wie sich der Vietcong verteidigte, Fallen baute, das Leben unter Tage organisierte, wie die Amerikaner versuchten die Lage in den Griff zu bekommen und welche Gegenmaßnahmen der Vietcong entwickelte.

Einen kleinen Teil der Tunnel kann man begehen. Diese sind aber teilweise so eng, dass man sich nicht einmal umdrehen kann. Geschweige denn aufrecht stehen. Unvorstellbar dass hier Menschen gelebt haben. 

Auf dem Gelände befindet sich auch eine Schießanlage, auf der jeder mit einer Ak47, M16 oder einem Maschinengewehr feuern darf. Zehn Schuss kosten allerdings 300.000 Dong und so kann der Spaß sehr schnell teuer werden. Wir haben uns lieber einen Maiskolben gegönnt.

Geschichtlich passend ist auf dem Rückweg ein Stopp am Kriegsrestemuseum in Ho-Chi-Minh-City einzulegen.