Java: Die Tour zum Bromo Vulkan

von Viola Backfisch und Philipp Parzer


Für viele Reisende ist Surabaya eine nicht zu umgehende Zwischenstation bei Reisen auf Java. So auch für uns auf der Weiterreise nach Probolingo bzw. zum Mt. Bromo. Als Stadt hat sie aber außer riesigen Shopping Malls mit jeder Menge Karaoke-Bühnen kaum etwas zu bieten.

Da auf Java eine Eisenbahnverbindung besteht und wir schon genügend rasante Minibusfahrten hinter uns haben, wollten wir den indonesischen Zug unbedingt austesten. Am Bahnhof von Probolingo stellte sich das indonesische Zugsystem als etwas verwirrend herraus. Eine junge Indonesierin hat uns jedoch geholfen und so konnten wir im nahe gelegenen Supermarkt ein Ticket für den nächsten Tag kaufen, da der offizielle Bahnschalter eine Wartezeit von ca. 2h hat. Mit unserer Übernachtung in Surabaya hatten wir übrigens einen wahren Glückstreffer gelandet. Durch Zufall sind im Internet auf ein Angebot des Hotels 88 gestoßen (wollten eigentlich in das Hotel Kenongo auf der anderen Straßenseite). Deutschem Standart nach ein Motel One, lößte das Hotel 88 wahre Glücksgefühle bei uns aus. Eine erste warme Dusche nach vier Wochen! Auch das Frühstücksbuffet war nach Wochen unterwegs eine Abwechslung. Bezahlt haben wir für das Hotell 88 300.000 Rp. Ob das der reguläre Preis ist konnten wir leider nicht in Erfahrung bringen. Beim Frühstück haben wir deutsche Backpacker getroffen, die im Hotel Kenogo abgestiegen waren und dies nicht weiterempfehlen konnten. Glück gehabt!

Den Besuch des Bromos können wir nur empfehlen auf eigene Faust zu organisieren. Man spart dabei nicht nur jede Menge Geld, man hat das Erlebnis Bromo mehr oder weniger für sich alleine. Über verschiedene Reiseblogs haben wir uns hierzu erkundigt und können deren Erfahrungen nur bestätigen.

Die Zugfahrt nach Probolingo verlief einwandfrei. Richtung Bromo ging es weiter mit Minibussen. Zwar hat man uns nicht zum Busbahnhof gebracht, wir sind aber dennoch zu den im Lonely Planet angegebenen Preisen im Bergdorf Cemoro Lawang angekommen. Am Besten kommt man dort am frühen Nachmittag an. Dann hat man genügend Zeit. In Cemoro Lawang mussten wir zunächst 10.000 Rp am Checkpoint zum Dorf bezahlen. Ob dies regulär ist, haben wir nicht herausgefunden. Angekommen haben wir uns zunächst einen Homestay gesucht und viel wärmer angezogen. Obwohl man uns in Probolingo weiß machen wollte, es wäre dort alles ausgebucht, hatten wir innerhalb von fünf Minuten mehrere Homestays zum Preis von 150.000 Rp angeboten bekommen. Luxus darf man nicht erwarten, man ist aber auch nur ein paar Stunden in seinem Zimmer. 

Für den offiziellen Zutritt zum Bromo werden mittlerweile 217.500 Rp verlangt. Diese Gebühr hat sich in den letzten Jahren verdreifacht. Da diese Gebühr direkt nach Jakarta fließt und nicht in die örtliche Infrastruktur, ist diese auch ein großes Ärgernis für die "Locals". Übrigens bezahlen Ausländer das 20fache wie die Indonesier! Will man die Gebühr umgehen bestehen zwei Möglichkeiten. Angeblich sollte nach 15 Uhr nicht mehr kontrolliert werden. Bei uns saß jedoch immer jemand an der Schranke. Wir sind jedoch später einfach zielstrebig durch und im Hotel Bromo Permai zu essen und theoretisch hätten wir somit kostenlos zum Bromo laufen können. Aufgehalten hat uns niemand. Eine zweite Möglichkeit besteht am Hotel Cemerah Indah Hotel. Einfach bis zum Ende des Zauns der Hotelanlage laufen, dort beginnt ein steiler, staubiger Fußweg nach unten. Unten angekommen kann man den Weg zum Bromo durch die Sea of Sands selbst wählen. Die Gesamtstrecke vom Dorf auf den Bromo beträgt ca. 45 bis 60 Minuten. Der Vorteil wenn man die Tour gegen 15 / 15.30 startet, hat man den Bromo fast für sich alleine, da die gebuchten Touren zum Sonnenaufgang bereits vormittags dort waren und die Teilnehmer bereits auf der Heim- oder Weiterreise sind. 

Den Sonnenaufgang haben wir uns dann am nächsten morgen angeschaut. Hierzu sind wir um 3.30 Uhr los. Man sollte sich unbedingt nach der aktuellen Uhrzeit des Sonnenaufgangs erkundigen. Der Weg ist relativ einfach. Eine gute Taschenlampe benötigt man auf alle Fälle, auch wenn wir das Glück hatten, dass die Strecke vom Vollmond beleuchtet war. Am Cemerah Indah Hotel einfach der Straße folgen die dort rechts abgeht. Es ist die einzige Straße, die dort verläuft. Nach etwa 45 bis 60 Minuten (3 km) kommt nach einem teilweise sehr steilen Viewpoint 1 (eine ausgebaute Terrasse).  Es liegen aber auch vorher schon einige Aussichtspunkte, die man nutzen kann. Die Jeeps mit den geführten Touren nutzen diese Straße nicht, sondern fahren durch die Sea of Sand zu Viewpoint 2. Von Viewpoint 1 führt der Weg weiter hinauf zum Viewpoint 2. Für die Strecke benötigt man nochmals 45 bis 60 Minuten. Dazwischen liegen auch nochmals weitere kleinere Aussichtspunkte. Wir selbst haben den Sonnenaufgang bei einem kleinen Aussichtspunkt in der Nähe von Viewpoint 1 genossen, wo lediglich 7 weitere Personen waren statt mehreren hundert Kameras. Anschließend ging es zum Frühstück zurück ins Dorf und mit einem selbstorganisierten Shuttle zum Bahnhof in Probolingo. Nach einer 8,5 stündigen Zugfahrt und vielen Gesprächen mit einheimischen Zugreisenden, sind wir in Yogjakarta angekommen.