Flores: von Labuanbajo bis zum Kelimutu

von Viola Backfisch und Philipp Parzer


Kommt man mit dem Boot von Lombok ist Lubanbajo das Tor zur Blumeninsel Flores. Lonley Planet hat den Ort als etwas heruntergekommen aber boomend bezeichnet. Unserer Meinung nach ist das stark untertrieben. Eigentlich besteht Lubanbajo nur aus DiveCentern, die Touren zum nahen Komodo National Park anbieten. 

Nach vier Tagen auf See mussten wir uns jedoch zunächst eine Übernachtungsmöglichkeit suchen und die nächsten Tage planen. Mit dem Bajo Beach Hotel hatten wir auch gleich eine zentral gelegene Bleibe gefunden. In der nahe gelegenen offiziellen Tourist Info konnten wir uns dann auch wirklich sehr gut informieren. Hier wurde uns ausnahmsweise nichts verkauft oder angeboten. Unseren Plan Flores mit dem Roller zu durchqueren haben wir nach der Beratung schweren Herzens fallengelassen und einen Flug nach Ende, zum Kilimutu Nationalpark gebucht. Da wir noch einen Tag in Lubanbajo zur Verfügung hatten, haben wir diesen genutzt und uns einen Roller gemietet, um die Stadt und die Umgebung zu erkunden. Unser Eindruck vom Vortag wurde leider nicht revidiert. Der Stadtstrand gleicht einer Müllhalde und als ankommender Backpacker sollte man die Stadt lediglich als Durchgangsstation sehen und möglichst schnell weiterziehen. Unser Highlight dort war "The Lounge" mit sehr leckeren Arak-Cocktails und Burgern mit scharfer Sambal-Soße.

Kelimutu Nationalpark

Dafür wurden wir am Folgetag mit einem wunderschönen Flug und Ausblick auf Flores entschädigt. Der Flughafen der Stadt Ende ist schon ein kleines Erlebnis. Während der Landung winken den Maschinen Kinder zu und wenn kein Flugbetrieb ist nutzen die Einwohner die Landebahn als Abkürzung. Von Ende ging es ca. 2,5 Stunden mit dem Bemo weiter in das Bergdorf Moni. Moni ist der Ausgangspunkt für die Besteigung des Mt. Kelimutu und liegt inmitten schöner Reisfelder und Bananenplantagen. Ansonsten hat der kleine Ort allerdings wenig zu bieten. In unserem Homestay versorgte uns unser Hostelvater John noch mit vielen Informationen und frischem Gemüse aus seinem Garten. 

Punkt 4:30 Uhr erwacht Moni zum Leben, wenn alle auf den Bergströmen und den Sonnenaufgang über den Kratern des Kelimutu sehen wollen. Warum alle bei Sonnenaufgang oben sein wollen, ist uns bis heute ein Rätsel ("Europeans like sunrises"). Wir haben den Berg erst um die Mittagszeit in Angriff genommen, da steht die Sonne höher und die unterschiedlichen Farben der drei Kraterseen kommen besser zur Geltung. Zudem haben die Massen den Krater zu diesem Zeitpunkt wieder verlassen. Runter sind wir den Mt. Kilimutu dann gelaufen. Der dreistündige Abstieg ist nicht leicht zu finden, da es unendlich viele Trampelpfade und keine Schilder gibt. Hat man das Dorf Pemo erreicht, kann man sich allerdings einfach durchfragen und die Locals freuen sich immer über einen kurzen Small-Talk auf indonesisch mit den "großen Weißen". Am Ende der Strecke, kurz vor Moni, wird man mit einem kleinen Wasserfall belohnt, in dessen Pool man sich bei herrlich warmen Wasser (oberhalb muss es eine heiße Quelle geben) vom Abstieg erholen kann. Und nach 3 Tagen ohne fließend Wasser und einem sehr staubigen Abstieg, war der Sprung in das Wasserfallbecken die größte Genugtuung überhaupt.

Ende (= Städtchen auf Flores)

Auf Flores sagt man ticken die Uhren anders. Nach unseren Tagen auf der Insel können wir dies nur bestätigen. Im Positiven wie im Negativen. Zum einen ist die Insel (noch) nicht vom Tourismus überrollt worden und völlig natürlich. Auf der anderen Seite ist die Vermüllung nicht zu übersehen. Auch der Servicegedanke ist teilweise völlig fremd. So ist es uns passiert in Restaurantes überhaupt erst nach 15 bis 20 Minuten bedient worden zu sein. Das bestellte Essen dauerte dann nochmals 45 Minuten. Deutlich schneller und wesentlich mehr Atmosphäre hat man in einer der unzähligen Warungs. An unserem letzten Tag in Ende hatten wir hier zwei schöne Warungs (Sari Rasa und Tenga II) gefunden, in denen man problemlos mit den Einheimischen in Kontakt kommt. Auch die Stadt Ende verkauft sich unter ihrem Potential. Neben vielen Möglichkeiten rund um die Stadt locken auch tolle Strände. Hier sollte man sich nicht vom Müll abhalten lassen, sondern einfach weiter Richtung Westen laufen, bis die Bebauung aufhört. Dort erwartet uns eine wunderschöne Bucht mit einem langen schwarzen Sandstrand umrandet von Vulkanen und Palmen - ohne Touristen.

Schließen möchten wir unsere Erlebnisse auf Flores einfach mit Ende ☺