4 tägige Bootsfahrt von Lombok nach Flores

von Viola Backfisch und Philipp Parzer


Die Reise von Lombok nach Flores gehört mittlerweile fast schon zu den eingelaufen Spuren der abenteuerlustigen Südostasien Backpacker.

Grundsätzlich gibt es drei Möglichkeiten von Lombok nach Flores zu kommen:
1. mit dem Flugzeug 
2. mit Bus und Fähre (öffentliche Verkehrsmittel über Sumbawa), Kosten ca. 500.000 Rp
3. mit einer drei bis viertägigen Bootstour, wobei Kommodo und weitere sehenswerte Punkte angesteuert werden. Kosten ca 1.500.000 bis 2.000.000 Rp.

Wir haben uns für die dritte und sicherlich interessanteste Variante entschieden. Die große Frage, die sich dabei stellt ist die Frage der Sicherheit. Die verschiedenen Anbieter haben in letzter Zeit, durch alte und marode Boote sehr viele negative Schlagzeilen gemacht. Hinzu kommen negative Berichterstattungen in den Medien und u.a. schlechte Bewertungen im Internet. Letztendlich muss man sagen, Meinungen sind subjektive Äußerungen. Was dem einen gefällt, gefällt dem anderen nicht. Letztendlich muss man die Erfahrungen selber machen. Eines sollte einem aber klar sein, man bucht keine Luxuskreuzfahrt und man ist auf einem kleinen Boot, welches bei starkem Seegang auch extrem schwankt. Wir haben uns schließlich für Komodo Adventures entschieden, nachdem wir auf Gili T viele Anbieter und Agenturen verglichen haben.

Früh morgens gings von Gilli T rüber nach Bangsal auf Lombok. Dort mussten wir dann vier Stunden ausharren, bis wir unsere Mitreisenden und unser Boot kennenlernen durften. Der erste Blick war dann doch etwas ernüchternt (auf das Boot, nicht die Mitreisenden). 

Entlang der Nordküste Lomboks führte uns die Fahrt, mit einem Zwischenhalt zum Schwimmen und Wasserball spielen mit Kokosnüssen in eine Bucht, wo wir unser Abendessen an Bord serviert bekommen haben. Mittlerweile hatte auch schon die Hälfte der Reisegruppe trotz relativ ruhiger See die Seekrankheit erwischt. Eine Nachtfahrt brachte uns schließlich auf Moyo Island, wo wir unser Frühstück (!!! Pancakes !!!) einnehmen durften und mit einem Sprung ins kalte Wasser (um 7:30 Uhr nicht unbedingt meine Sache) an Land schwimmen durften. Auf dem Programm standen hier ein kurzes Trekking zum Wasserfall und Schnorcheln bei wunderschönen Korallenriffen ehe wir zum nächsten Halt Satonda Island aufbrachen. Auf Satonda erwartete uns wiederum beeindruckendes Schnorcheln und ein erloschener Vulkansee. Im Anschluß sollte uns die längste Fahrt ohne Landgang in 14 Stunden an der Küste Sumbawas vorbei nach Laba Island bringen. Diese nächtliche Überfahrt bei hohem Wellengang ist nicht jedem Mitreisenden gut bekommen. Aber an Schlafen war in dieser Nacht ohnehin kaum zu denken, da man auf dem Matratzenlager ständig hin und her gewirbelt wurde. 

Dafür sollten alle am folgenden Tag entschädigt werden. Ein toller Sonnenaufgang, ein aktiver Vulkan, fliegende Fische, Hiking auf Laba Island wurden letztendlich übertroffen von schnorcheln mit Mantas. Wir hatten dabei das Glück beim Manta Point mehr als einen Manta zu sehen. Ein riesiger Stachelrochen ist letztendlich auch direkt unter uns und dem Boot durchgeschwommen. Sehr beeindruckend, aber irgendwie auch beängstigend. 

Höhepunkt der viertägigen Tour sollten am letzten Tag die Trekkings auf Komodo und Rinca sein. Auf beiden Inseln keine Komodowaranen zu sehen ist praktisch unmöglich, da die Ranger schon wissen, wo sie welche finden und wir hatten auf auf beiden Inseln mind. 8 richtig große Komodowarane entdeckt. Auch wenn wir den Tieren sehr nahe kamen, sollte einem bewusst sein, dass diese wilden Tiere nicht ungefährlich sind. Denn obwohl die 3 Meter langen Riesenechsen sehr gemütlich aussehen, können sie spontan einen 20 km/h schnellen Sprint einlegen und somit Menschen fangen. Ein Biss genügt und die Bakterien im Speichel der Tiere lösen eine tödliche Infektion aus. Ganz geheuer war uns bei diesen Tieren nicht. Besonders nachdem der Ranger von einem Schweizer Touristen erzählte, von welche, lediglich die Kamera gefunden wurde. Die Komodowarane essen übrigens auch die Knochen ihrer Beute und die Ranger waren nur mit Holzstäben zur Abwehr bewaffnet.

Letztendlich muss man sagen, haben wir die Reise mit dem Boot genossen. Sämtliche Bedenken über die Sicherheit des Bootes sind nicht eingetreten. Die Verpflegung war ausgezeichnet und die Crew ist uns auch ein wenig ans Herz gewachsen. Komodo Adventures können wir als guten Anbieter ohne schlechtes Gewissen weiterempfehlen. Am besten sollte die Tour jedoch vor Ort nach geduldigem Verhandeln gebucht werden.